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Ein Brief aus dem Süden

Im Juli diesen Jahres fand ein internationales Treffen von Micah Challenge, der weltweiten Micha-Initiative, statt, bei dem Koordinatoren aus allen Teilen der Welt zusammenkamen. Dabei entstand die Idee, einen Brief an die Christen in Deutschland zu schreiben, um sie auf ihre weltweite Verantwortung bei den bevorstehenden Bundestagswahlen hinzuweisen. Während jenes Treffens und einer darauffolgenden Konferenz des Micah Networks unterzeichneten 40 führende Theologen, Kirchenleiter und Leiter christlicher Organisationen aus 20 Entwicklungsländern einen Brief, der in seiner Form bewusst an die Sendschreiben im biblischen Buch der Offenbarung erinnern soll. Lesen Sie den Brief und informieren Sie sich hier über verschiedenen entwicklungspolitischen Positionen der Parteien bei der Bundestagswahl.


An die Christen in Deutschland vor den Wahlen

Wir, als Kirche des Herrn aus dem sogenannten „südlichen”  Teil der Welt, bewegt vom Heiligen Geist, um für das überfließende Leben, das Jesus Christus uns anbietet, zu kämpfen, wenden uns an die christliche Familie in Deutschland, eine Kirche desselben Bundes, derselben Liebe und desselben Glaubens. Gnade und Friede all unseren Brüdern und Schwestern.

Wir kennen eure Werke der Liebe; diese Werke haben es Millionen von Menschen in unseren Ländern des Südens ermöglicht, die Gute Nachricht zu hören, die Gnade Jesu Christi und die Macht Seiner Erlösung zu erfahren. Eure unermüdlichen missionarischen Bemühungen haben in unseren Ländern die Hoffnung in den verankert, der gekommen ist, um ALLES zu versöhnen.

Dennoch wird die politische, soziale und wirtschaftliche Not dort, wo diese Hoffnung verkündet worden ist, immer größer. Millionen Menschen im globalen Süden sterben an Hunger, Gewalt und Ungerechtigkeit. Diese Armuts- und Leidenssituation ist nicht nur das Ergebnis von Entwicklungen in unseren Ländern; sie ist eher das Ergebnis internationaler Politik der Regierungen, die weltweit Macht ausüben.

Daher halten wir euch Folgendes vor, Brüder und Schwestern: Neben der kraftvollen Verkündigung des Evangeliums haben eure Kirchen ihre Stimmen nicht genug gegen die ungerechten Strukturen erhoben, die durch mächtige Regierungen und Institutionen im globalen Süden entstanden sind – ungerechte Strukturen, welche das Leben und die Umwelt von Millionen von Menschen negativ beeinflussen. Menschen, die nach Jahrhunderten der Verkündigung des Evangeliums, immer noch nicht erleben dürfen, dass sie einen Lohn für ihre harte Arbeit erhalten, von dem sie leben können.

Die schlimmer werdende Ungleichheit und Armut im Süden ist alarmierend. Neun Jahre nach dem öffentlichen Versprechen von Deutschland und 191 anderen Nationen, die extreme weltweite Armut bis zum Jahr 2015 durch die acht Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) zu halbieren, hat Euer Land auf dem Weg zur Erfüllung seiner Verpflichtungen nur kleine Schritte gemacht.

Die MDGs sollten uns zum Handeln bewegen, weil in ihnen die Rufe der biblischen Propheten nach Gerechtigkeit und Gleichheit widerhallen. Außerdem sind sie erreichbare und messbare Punkte auf der Straßenkarte, die den Weg in Richtung eines Endes der extremen weltweiten Armut weist.

Und so bitten wir euch als Schwestern und Brüder, Bürger einer reichen Nation, öffentlich eure Wahlkandidaten und Politiker – jetzt und nach den Wahlen – herauszufordern, sich im Kampf für die Halbierung der Armut bis 2015 zu engagieren. Wenn ihr, die ihr die Wahrheit kennt, nicht eure Stimme für uns erhebt, wer wird es tun?

Eure Kirchen und all ihre Mitglieder haben heute die Möglichkeit, der Hoffnung, die verkündet  wird, treu zu sein. Wir bitten euch dringend, euch daran zu erinnern, dass die Hoffnung, zu der ihr als Botschafter berufen seid, euch dazu aufruft, nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit zu trachten.

Aus Liebe zu uns, der weltweiten Kirche, nutzt die Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements verantwortlich und in Heiligkeit zum Nutzen für die ganze Welt; genau dafür hat der Herr sein Leben am Kreuz hingegeben.

Wer Ohren hat, der höre, was der Herr seiner Gemeinde sagt.


Erika Izquierdo
Nationalkoordinatorin, Desafio Miqueas Peru
Regionalkoordinatorin, Desafio Miqueas America Latina
Lima, Peru

Dr. David Zac Niringiye
Bischof, Anglican Church of Uganda
Kampala, Uganda

Rev. Jacob Mameo
Bischof, Evangelical Lutheran Church in Tanzania
Morogoro, Tansania

Rev. Mussa Masanja Magwesela
Bischof, African Inland Church of Tanzania
Geita, Tansania

Dr. Ken Gnanakan
Präsident, ACTS Group of Institutions
Bangalore, Indien

Dr. René Padilla
Ehrenpräsident, Kairos Foundation
Präsident, Micah Network
Buenos Aires, Argentinien

Joel Ngetich
Dekan, Karen Christian College, Free Pentecostal Fellowship Kenya
Nairobi, Kenia

Patson Netha
Direktor, Association of Evangelicals in Africa
Harare, Zimbabwe

Dr. Vilma C. Balmaceda
Professorin, Politikwissenschaften, Nyack College, New York
Präsidentin, Christian Legal Society of Peru
Lima, Peru

Ruth Padilla De Borst
Generalsekretärin, Fraternidad Teológica Latinoamericana
Costa Rica

Alfonso Wieland
Internationaler Direktor, Paz y Esperanza
Lima, Peru

Rev. Owen Isaacs
Generalsekretär, Evangelical Fellowship of Botswana
Nationalkoordinator, Micah Challenge Botswana
Gaborone, Botsuana

Sundar Daniel
Asien-Koordinator, Micah Network
Kodaikanal, Indien

Loida Carriel
Vorstandsmitglied, Micah Challenge International
Equador

Joseph Nkinzo
Nationalkoordinator, Micah Challenge Democratic Republic of Congo
Goma, Demokratische Republik Kongo

Rev. Martin Kapenda
Nationalkoordinator, Micah Challenge Zambia
Ndola, Zambia

François Ndibwami
Nationalkoordinator, Défi Michée Burundi
Burundi

Safia Zakama
Nationalkoordinatorin, Micah Challenge Nigeria
Jos, Nigeria

Charles Siaka
Nationalkoordinator, Micah Challenge Sierra Leone
Sierra Leone

Lalbiakhlui Rokhum
Nationalkoordinatorin, Micah Challenge India
Indien

Jean-Valery Vital Herne
Nationalkoordinator, Défi Michée Haiti
Port-au-Prince, Haiti

Lloyd Mtalimanja
Nationalkoordinator, Micah Challenge Malawi
Llilongwe, Malawi

René August
Nationalkoordinatorin, Micah Challenge South Africa
Kapstadt, Südafrika

Graciela B. de Celis
Nationalkoordinatorin, Desafio Miqueas Argentina
Argentinien

Jean Kpetere
Nationalkoordinator, Défi Michée Benin
Benin

Auge Chabi
Vorstandsmitglied, Défi Michée Benin
Benin

Isaac Matchoudo
Vorstandsmitglied, Défi Michée Benin
Benin

Rev. Iskandar Saher
Nationalkoordinator, Micah Challenge Indonesia
Direktor, Center for the Development of Holistic Ministry
Indonesien

Deogratias Niyonzima
Präsident, Christian Community Development Burundi
Bujumbura, Burundi

Edwin Darsanglur
Bildungsreferent, Reformed Presbyterian Church of North East India
Dharmanagar, Indien

Andrew Gwaivangmin,
Direktor, Rural Development Counsellors for Christian Churches (RURCON) in Africa
Jos, Nigeria

Rev. Titus Kisubika
Direktor, Share an Opportunity (SAO) Uganda
Kampala, Uganda

Preston Viswamo
Direktor, Bethesda Zambia
Zambia

Christoher Fung
Umweltaktivist, Christian Education Development Advocacy and Relief (CEDAR)
Hong Kong

Patrick Okeho
Direktor, Vision TERUDO
Kumi, Uganda

Moses Mbiru
Buhemba Rural Agricultural Centre (BRAC)
Kenia

Kurkura Wafo
World Vision Ethiopia
Äthiopien

Rev. Justus K. Kinyua
Direktor, Anglican Church Social Services, Nakuru Dioceses
Nakuru, Kenia

Rev. Maybin Kabwe
Vorstandsmitglied, Jubilee Centre
Ndola, Zambia

Pablo Nicolasa
Offizier, Heilsarmee Argentinien
Buenos Aires, Argentinien

Gulliver Ishmael
Direktor, Sudan Evangelical Mission
Nairobi, Kenia


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