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Compassion-Studie: Was Christen über Armut denken (epd, Marburg, 03.02.2010). Viele christliche Gemeinden befassen sich laut einer Studie des Kinderhilfswerks Compassion Deutschland (Marburg) zu wenig mit dem Thema Armut. Bei einer Umfrage unter 1.071 engagierten Christen in Deutschland, von denen jeder vierte haupt- oder ehrenamtlich in der Gemeindeleitung engagiert ist, gaben rund 30 Prozent an: "In meiner Gemeinde wird nie über Armut gesprochen." Die Untersuchung lässt auf ein schlechtes Gewissen bei vielen Befragten zu diesem Thema schließen: 72 Prozent gaben an, eigentlich sollte man mehr helfen. Sorge gibt es, dass zur Verfügung gestellte Ressourcen die Bedürften nicht erreicht. 83,2 Prozent sagen, sie würden auf einen Teil ihres Geldes verzichten, wenn sie sicher sein könnten, dass das Geld bei den Armen ankomme. Interesse ist groß Auffällig ist der Untersuchung zufolge, dass das Interesse für das Thema Armut groß, aber das Wissen gering ist. Von allen am Thema Armut Interessierten - das waren 88,3 Prozent der Befragten – geben nur 58,1 Prozent an, sie hätten sich schon einmal ausführlicher über das Thema informiert. 41,9 Prozent haben das noch nicht getan, obwohl sie sich als interessiert bezeichnen. Die Studie nimmt auch Armut in Deutschland in den Blick. Zwar geben 84,6 Prozent der engagierten Christen an, selbst nicht von Armut betroffen zu sein. Doch sagen 54 Prozent, dass es in ihrem Freundeskreis von Armut betroffene Menschen gebe. Schwer tun sich die engagierten Christen mit einer Antwort auf die Frage, wer für die sozialen Probleme zuständig ist. Knapp 70 Prozent lehnen die Aussage ab, sie seien mitverantwortlich für die Armut in Deutschland. Bei der weltweiten Armut räumen dagegen fast 56 Prozent eine Mitverantwortung ein. Immerhin 63,3 Prozent sagen, sie hätten das Gefühl, in einer ungerechten Gesellschaft zu leben. |
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