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Totgeschwiegene Katastrophe - jede Minute stirbt eine Mutter Tragische Konsequenzen für Familien und ganze Nationen "Die Überlebenschancen von Müttern in den Entwicklungsländern haben sich seit 1990 nicht verbessert. Vor zwanzig Jahren mussten ca. 500 000 Frauen kurz vor oder während der Geburt ihr Leben lassen und diese Zahl hat sich bis heute nicht geändert! Die Schere zwischen reichen und armen Ländern wird immer größer", beklagt Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland. Im Durchschnitt stirbt jede Minute eine Frau während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, 99 Prozent von ihnen in den Entwicklungsländern. Weitere 20 Millionen Frauen leiden ihr Leben lang an Gesundheitsschäden nach Komplikationen bei der Geburt wie Scheidenfisteln, Anämie, Unfruchtbarkeit, Inkontinenz oder Unterleibsschmerzen. Die Weltgesundheitsorganisation nennt dieses Sterben und Leiden der Mütter "eine stille Epidemie". Sie müsste sich nicht ereignen, denn die meisten Todesfälle und Gesundheitsschäden könnten durch Aufklärung und eine medizinische Betreuung verhindert werden. Doch mehr als die Hälfte aller Schwangeren in Entwicklungsländern entbinden ohne die Hilfe eines Arztes oder einer Hebamme. Viele Frauen haben auch nur geringe Möglichkeiten, über Sexualität und Familienplanung mitzuentscheiden. So bekommen jedes Jahr rund 14 Millionen Mädchen unter 19 Jahren ein Kind - müssen Schule und Ausbildung dann meist abbrechen. World Vision setzt sich im Rahmen der Kampagne "Gesunde Kinder Weltweit" dafür ein, dass dieses Thema beim G8-Gipfel in Kanada zur Sprache kommt und die Staats-und Regierungschefs das Millenniumsziel 5 (Senkung der Müttersterblichkeit um 3 Viertel bis 2015) nicht aus den Augen verlieren. "Keines der Acht Millenniumsziele ist so schlecht vorangekommen - die Müttergesundheit steht offensichtlich ganz unten auf der Prioritätenliste Aller. Dies muss sich ändern, wenn wir eine gerechte Welt wollen", kommentiert Waffenschmidt. In der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit setzt die Hilfsorganisation dabei besonders auf die Stärkung der lokalen Strukturen: Ausbildung von traditionellen Geburtshelferinnen, die Aufklärung von Schwangeren und die Verbesserung der Basisgesundheitsdienste für Schwangere können die Überlebenschancen der werdenden Mütter schnell verbessern. In der Katastrophenhilfe, wie zum Beispiel in Haiti, werden Schwangere und stillende Mütter gesondert betreut und spezielle Geburtspakete für Hochschwangere verteilt, um eine möglichst hygienische Entbindung zu ermöglichen. |
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