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Micha Haiti nach Erdbeben: Wiederaufbau- und Kampagnenarbeit (Port-au-Prince/Leipzig, 17.03.2010) Die Bevölkerung Haitis steht zwei Monate nach dem verheerenden Erdbeben immer noch vor unglaublichen Herausforderungen. Nach wie vor gibt es Regionen, in denen bitter nötige Grundnahrungsmittel nicht ankommen. Das berichtete der Koordinator der haitianischen Micha-Kampagne, Jean-Valéry Vital-Herne in einem Telefongespräch. Micha Haiti versuche daher in entlegenen Gebieten auch Aufbauhilfe zu unterstützen. In der jetzigen Situation im Land gehen die Aktivitäten des Netzwerkes über den eigentlichen Kernbereich Informations- und Kampagnenarbeit hinaus. Jetzt sei auch "konkrete" Hilfe gefragt. Daher hat die Deutsche Evangelische Allianz Haiti-Spendeneinnahmen zur Verfügung gestellt, welche die haitianische Micha-Kampagne gern für den Wiederaufbau eines Kinderheimes einsetzen möchte. Ein weiteres großes Thema ist die Frage, ob durch den Wiederaufbau Haitis neue Abhängigkeiten entstehen oder ob das Land die Chance auf einen Neuanfang bekommt. Hier plant die haitianische Micha-Kampagne für die Zukunft eine stärkere Zusammenarbeit mit der Entschuldungskampagne Jubilee. Obwohl die Situation außergewöhnlich ist, so soll trotzdem wieder darüber diskutiert werden, wie sich Haitis Politik wieder an den Millenniumszielen orientieren kann. Schon vor dem Erdbeben war es haitianischen und internationalen Verantwortungsträgern nicht gelungen, ihre Zusagen in Bezug auf Armutsbekämpfung umzusetzen. Jean-Valéry bittet darum mitzubeten. Dafür, dass seelische Schäden heilen und dass Menschen die professionelle Hilfe erhalten, die sie dafür benötigen. Dafür, dass Verantwortungsträger auf allen Ebenen eine klare Vision dafür haben, in welche Richtung der Wiederaufbau Haitis gehen soll. Dafür, dass die Situation im Land friedlich bleibt und es keine Spannungen zwischen den verschiedenen religiösen Gruppen gibt. Dafür, dass diejenigen vor Übergriffen geschützt werden, die Nahrungsmittel und andere existenzielle Güter verteilen. Dafür, dass jeder eine Unterkunft bekommt, die der bevorstehenden Regenzeit standhalten kann. Dafür, dass es einen wirklichen Neustart für Haiti geben kann.
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