
„Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen … Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen.“ (Jesaja 65, Verse 20.23)
Das Leid von Unschuldigen macht uns besonders betroffen. Vor allem, wenn es sich dabei um Kinder handelt. Mehr als 22.000 Kinder sterben pro Tag – alle vier Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren – an den Folgen von Hunger, Unterernährung und vermeidbaren Krankheiten. Es trifft die Schwächsten in der Gesellschaft. Kinder, die einmal die nächste Generation von PolitikerInnen, PastorInnen, SportlerInnen, ÄrztInnen und LehrerInnen sein könnten. Ihr Tod widerspricht in schrecklicher Weise dem christlichen Ideal von einer gerechten und erlösten Welt, in der jeder sein ihm von Gott gegebenes Potential entfalten kann. Unser Engagement gegen Hunger und Krankheiten kann einen Beitrag dazu leisten, dass die Welt wieder mehr nach dem aussieht, wie Gott sie sich ursprünglich gedacht hat – so wie es Jesaja schon vor über 2.700 Jahren gesagt hat.
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| Kinder, die vor ihrem vierten Lebensjahr sterben (Quelle: worldmapper.org). |
Alle vier Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren aufgrund vermeidbarer Ursachen. Seit den 1990er Jahren konnte die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren immerhin um ein Drittel gesenkt werden. Im Jahr 1990 starben noch 12,5 Millionen Kinder, im Jahr 2009 waren es 8,1 Millionen. Ganz besonders schlimm ist die Situation in den Ländern in Afrika südlich der Sahara. Auf dieses Gebiet entfällt mehr als die Hälfte aller Sterbefälle. Im Jahr 2009 starb hier jedes achte Kind vor seinem fünften Lebensjahr (125 Kinder pro 1.000 Lebendgeburten).
Sowohl in Afrika südlich der Sahara als auch in Südasien sind die bisherigen Fortschritte zu langsam, um das Ziel, die Sterblichkeit von Unter-Fünf-Jährigen um zwei Drittel zu verringern, bis zum Jahr 2015 zu erreichen.
Dabei könnten die meisten Kinder könnten durch billige Medikamente und durch einfache Vorsorgemaßnahmen gerettet werden. Alleine vier Krankheiten – Lungenentzündung, Durchfall, Malaria und AIDS – sind verantwortlich für 43 Prozent der Todesfälle. Einfache Gesundheitsmaßnahmen und Medikamente wie Antibiotika und Mittel gegen Durchfall sowie Schutzimpfungen, imprägnierte Moskitonetze und Nahrungsmittelergänzungen könnten bis zu sechs Millionen Kindern pro Jahr das Leben retten.
Beispielhaft sind große Fortschritte in einer Reihe von wirtschaftlich schwachen Staaten wie Bangladesch, Bolivien, Eritrea, Malawi oder Mosambik, in denen die Sterblichkeitsrate zum Teil um 50 oder mehr Prozent reduziert wurde. Diese Staaten haben vorgemacht, dass Erfolge kostengünstig zu verwirklichen sind, wenn die politisch Verantwortlichen gemeinsam mit internationalen Partnern gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen Betreuung und Vorsorge einleiten, die hygienischen Bedingungen verbessern und eine bessere Nahrungsmittelversorgung sicherstellen.
Quelle: Vereinte Nationen: Millenniums-Entwicklungsziele Bericht 2010, New York 2010.