
Bildquelle: World Vision International
„Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“ (2. Mose 20, Vers 12)
Mütter und Väter sind in verschiedenen Teilen der Welt auf ganz unterschiedliche Weise herausgefordert. In vielen westlichen Ländern gehen die Geburtenzahlen zurück, Elternschaft gilt als eine Option unter vielen verschiedenen Lebensentwürfen, die häufig um Anerkennung ringt. In vielen Entwicklungsländern hat Kinderreichtum und die Kindererziehung nach wie vor einen hohen Stellenwert. Dennoch leiden viele werdende und frisch gebackene Mütter unter dem niedrigen sozialen Status, der mit der Rolle von Frauen in vielen Gesellschaften und Kulturen zu tun hat. Ihre häufig schlechte Bildung und die fehlende erforderliche medizinische Betreuung führt zu hohen Sterblichkeitsraten im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft oder Geburt.
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| Mütter, die während Schwangerschaft oder Geburt sterben (Quelle: worldmapper.org). |
Alle neunzig Sekunden stirbt eine Frau auf Grund von Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt. Mehr als 350.00 Frauen pro Jahr, 290 Mütter pro 100.000 Lebendgeburten. Ein Großteil, fast neunzig Prozent der Todesfälle, konzentriert sich auf Afrika südlich der Sahara und Südasien. Die meisten dieser Frauen sterben unnötiger Weise; denn die Gründe für die Sterblichkeit sind bekannt und die Mittel für eine bessere Gesundheitsversorgung vorhanden. Auch wenn seit dem Jahr 1990 die Sterblichkeit von Müttern bereits um ein Drittel gesenkt werden konnte – damals starben noch 450 Mütter pro 100.000 Lebendgeburten – ist noch ein weiter Weg zurückzulegen. So hatten beispielsweise im Jahr 1990 nur etwas mehr als die Hälfte der Frauen in Entwicklungsregionen Zugang zu einer professionellen Geburtsvorbereitung und -begleitung. Bis heute ist es nicht gelungen den Anteil wesentlich zu erhöhen, er liegt gegenwärtig bei etwas mehr als 60 Prozent. Und in Afrika südlich der Sahara werden weniger als die Hälfte aller Geburten von ausgebildeten GesundheitshelferInnen begleitet.
An der Senkung der Müttersterblichkeit wird sich zeigen, ob die Weltgemeinschaft die Millenniumsziele tatsächlich ernst genommen hat – dieses Ziel ist am Weitesten von seiner Umsetzung entfernt. Hier müssen die Anstrengungen bis 2015 also ganz besonders verstärkt werden. So viele Ursachen für Müttersterblichkeit könnten massiv eingedämmt werden: Komplikationen bei der Entbindung, ungestillte Blutungen, Infektionen durch fehlende Hygiene oder Bluthochdruck währen der Schwangerschaft. Insbesondere Frauen in ländlichen Regionen und aus wirtschaftlich schwachen sozialen Schichten benötigen Unterstützung. Sie haben häufig keinen Zugang zu einer angemessenen Geburtshilfe und zu medizinischer Betreuung und Beratung. Durch die Ausbildung von lokalen Gesundheitshelfern, eine verbesserte Geburtsvorbereitung, professionelle Geburtsbegleitung und eine verbesserte Hygiene ließe sich ein Großteil der Todesfälle verhindern.
Quelle: Vereinte Nationen: Millenniums-Entwicklungsziele Bericht 2010, New York 2010.