
Bildquelle: World Vision International
„Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“ (1.Mose 2, Vers 15)
Der nachhaltige Umgang mit den Ressourcen der Erde ist Teil des göttlichen Schöpfungsauftrages. Umweltverschmutzung und Raubbau an der Natur können die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig zerstören. Der Erhalt der Artenvielfalt und der Biodiversität sowie die Sicherung von gesunden Lebensbedingungen für alle Menschen ehrt damit nicht nur das Schöpfungswerk Gottes, sondern ist auch eine menschenrechtliche Verantwortung.
![]() |
| Ökologischer Fußabdruck (Quelle: worldmapper.org). |
Die Verankerung von Nachhaltigkeit in Politik und Gesellschaft, Erhalt der Biodiversität, ein sicherer Zugang zu sauberem Trinkwasser für Alle und überhaupt die Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, damit alle Menschen vom Reichtum der Erde profitieren und in einem gesunden Umfeld leben und arbeiten können – das sind die Themen des siebten Millenniumsziels. Dem Umgang mit dem Klimawandel und seinen Folgen kommt dabei gegenwärtig besondere Bedeutung zu.
Schutz der Arten und der Biodiversität
Gegenwärtig sind mehr als 17.000 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Alleine im letzten Jahrzehnt wurden etwa 13 Millionen Hektar Wald pro Jahr abgeholzt, die durch Wiederaufforstungsprogramme und natürlichen Wuchs kaum ausgeglichen werden. Und die gegenwärtigen Trends sprechen für einen weitergehenden Verlust zahlreicher Arten in diesem Jahrhundert mit drastischen Veränderungen für die Balance unseres Ökosystems.
Zugang zu sauberem Trinkwasser
In vielen Regionen konnte ein sicherer Trinkwasserzugang für die Bevölkerung sicher gestellt werden. Bereits 87 Prozent der Menschen in Entwicklungsländern verfügten im Jahr 2008 über einen Zugang zu sauberem Wasser; im Jahr 1990 waren es nur 77 Prozent. Dennoch ist in einzelnen Regionen die Versorgungslage nach wie vor mehr als ungenügend. In Afrika südlich der Sahara haben nur 60 Prozent der Menschen einen Zugang zu sauberem Wasser; in Ozeanien sogar nur die Hälfte der Bevölkerung.
Zugang zu sanitären Einrichtungen
Kaum substanzielle Fortschritte gibt es hinsichtlich des Zugangs zu sanitären Einrichtungen. Im Jahr 2008 lebten schätzungsweise 2,6 Milliarden Menschen oder etwa 48 Prozent der Bevölkerung in Entwicklungsländern ohne adäquate sanitäre Einrichtungen. Wenn sich die derzeitige Entwicklung fortsetzt, werden bei gleich bleibendem Bevölkerungswachstum die absoluten Zahlen sogar steigen und im Jahr 2015 etwa 2,7 Milliarden Menschen betroffen sein. Am größten sind die Herausforderungen in Afrika südlich der Sahara, wo 69 Prozent der Bevölkerung der Zugang zu guten sanitären Einrichtungen verwehrt bleibt. Auch in Südasien ist der Anteil mit 64 Prozent enorm hoch. Menschen aus ländlichen Gebieten und sozial schwachen Schichten sind besonders betroffen.
Lebensbedingungen in Slums
Der relative Anteil der Slumbewohner an der urbanen Bevölkerung nahm in den letzten Jahren leicht ab, von 46,1 Prozent im Jahr 1990 auf 32,7 Prozent im Jahr 2010. Mehr als 200 Millionen Slumbewohner haben damit Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und besserem Wohnraum erhalten. Doch aufgrund des allgemeinen Bevölkerungswachstums ist auch die Anzahl an Menschen, die in Slums leben, kontinuierlich gewachsen, von 657 Millionen im Jahr 1990 auf 828 Millionen im Jahr 2010. Ein größeres Engagement ist notwendig, um diesen Betroffenen ein menschenwürdiges, gesundes und sicheres Wohnen zu ermöglichen.
Klimawandel
Besondere Relevanz hat in der aktuellen Debatte der Klimawandel. 2010 war laut der UN-Organisation für Meteorologie (WMO) das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen im 19. Jahrhundert. Die zehn wärmsten Jahre der Geschichte wurden allesamt seit 1998 gemessen. Die Eisdecke im arktischen Meer schmolz im Jahr 2010 so stark wie nie zuvor.
Fast alle Experten gehen davon aus, dass durch die Veränderungen im Erdklima extreme Wetterphänomene wie Dürren, Regenfälle oder Wirbelstürme zunehmen. Durch das Abschmelzen der Polkappen sind Küstengebiete auf der ganzen Welt von vermehrten Überschwemmungen bedroht oder werden zum Teil unbewohnbar. Zehn Prozent der Weltbevölkerung leben nahe der Küsten und 30 der 50 weltweit größten Städte liegen am Meer.
Nach Prognosen der Vereinten Nationen werden bis zum Jahr 2050 auf Grund des Klimawandels bis zu 250 Millionen Menschen ihr Zuhause verlieren. Mindestens zehnmal mehr Menschen als heute wären auf der Flucht vor Überschwemmungen sowie von durch Naturkatastrophen, Trockenheiten, Ernteausfälle, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden können. Betroffen sind vor allem die Menschen in den Entwicklungsländern. Dramatische Dürren drohen in Afrika, Südamerika und Südasien.
Bislang fehlt es an einer Trendumkehr des Ausstoßes von Treibhausgasen, insbesondere CO2. Doch die Entwicklungs- und Schwellenländer holen auf und ein kurzer Rückgang der jährlichen Emissionen auf Grund der weltweiten Wirtschaftskrise im Jahr 2008 war nur von kurzer Dauer. Im Jahr 2020 werden die weltweiten Emissionen das Niveau aus dem Jahr 1990 wahrscheinlich um 65 Prozent übersteigen und damit die Erderwärmung weiter anheizen.
Quellen: Vereinte Nationen: Millenniums-Entwicklungsziele Bericht 2010, New York 2010.
Cord Jakobeit und Chris Methmann: Klimaflüchtlinge – Die verleugnete Katastrophe, Eine Studie der Universität Hamburg im Auftrag von Greenpeace, Hamburg 2007.