Schulbildung

 

Bildquelle: World Vision International

 

„Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Himmelreich.“ (Matthäus 19, Vers 14)

 Nicht die Gelehrten, Berühmten oder Wichtigen lädt Jesus hier ein zu ihm zu kommen, sondern die Kinder. Eigentlich galten sie in der damaligen Kultur noch gar nicht als vollwertige Menschen. Dennoch schildert die Bibel immer wieder, dass Jesus ein großes Herz für Kinder hatte. Auch in der Armutsbekämpfung sollen Kinder eine besondere Priorität genießen, hängt von ihnen doch die Zukunft ab. Und Bildung ist entscheidend dafür, ob sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen können. Bildung ist damit die Voraussetzung für die Entwicklung einer Gesellschaft im Ganzen, für den wirtschaftlichen Fortschritt, für Innovationen, für die Gesundheit der Bevölkerung und die Einhaltung demokratischer und menschenrechtlicher Grundsätze.

Weltweite Situation

 

Ausgaben für Primarschulbildung (Quelle: worldmapper.org)

Weltweit haben etwa 89 Prozent der Kinder im schulpflichtigen Alter gegenwärtig die Möglichkeit, eine Grund- oder weiterführende Schule zu besuchen. Die absolute Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, reduzierte sich von 106 Millionen (18 Prozent) im Jahr 1999 auf 69 Millionen (11 Prozent) im Jahr 2008.

Doch längst nicht alle Kinder, die eine Schulausbildung beginnen, können diese auch abschließen.
Am schwierigsten ist die Situation in Afrika südlich der Sahara. Die Einschulungsrate stieg hier von 58 Prozent im Jahr 1999 auf 76 Prozent im Jahr 2008. Das heißt allerdings, dass immer noch ein Viertel der Kinder keinen Unterricht besuchen können. Und mehr als 30 Prozent der eingeschriebenen Kinder müssen die Schule vor dem offiziellen Abschluss der Grundschulzeit abbrechen.

Ausblick


Die bisherigen Fortschritte sind zu gering, um bis zum Jahr 2015 allen Jungen und Mädchen eine vollständige Grundschulbildung zu ermöglichen. Noch immer ist es in längst nicht allen Weltregionen selbstverständlich, dass Kinder eine Grundschule besuchen und lesen und schreiben lernen können. Häufig müssen sie stattdessen in der Landwirtschaft helfen, werden durch Konflikte vom Schulbesuch abgehalten, ist die nächste Schule zu weit entfernt oder sind die Gebühren für die Eltern schlichtweg zu teuer. Hinzu kommen in manchen Ländern gerade für Mädchen soziale und kulturelle Hindernisse, die einen Schulbesuch erschweren.

Eine Möglichkeit zur Abhilfe liegt in der Ausweitung von Schulspeisungsprogrammen in den ärmsten Gegenden der Welt. Sie verbessern nicht nur Gesundheit und Ernährungssicherheit der Kinder, sondern dienen auch als Sicherheitsnetz für von Armut betroffene Familien und erhöhen damit deutlich die Bereitschaft zum regelmäßigen Schulbesuch. Zusätzliche Essensrationen an Familien, die ihre Töchter regelmäßig zur Schule schicken, unterstützen insbesondere Mädchen, die ansonsten keine Chance auf einen Schulbesuch hätten. Durch Schulspeisungsprogramme konnten die Anmeldungen an Grundschulen in zahlreichen Regionen bereits verdoppelt werden.

Darüber hinaus fehlt es in vielen Regionen an Klassenräumen, Schulgebäuden und vor allem an gut ausgebildeten Lehrern. Allein in Afrika südlich der Sahara muss die Anzahl von Lehrern verdoppelt werden, will man bis zum Jahr 2015 das Ziel erreichen, allen Kindern und Jugendlichen eine Primarschulausbildung zu ermöglichen.
        
Quelle: Vereinte Nationen: Millenniums-Entwicklungsziele Bericht 2010, New York 2010.